Versorgung sichern

Der steigende Bedarf an Heilmitteln, Physiotherapie im besonderen, lässt sich seit Jahren erkennen. Gleichzeitig sehen wir einen drohenden, wenn nicht sogar schon bestehenden, Versorgungsmangel in dem Bereich durch immer weniger Therapeuten im Markt. Dies wird sich durch die Demographie auch bei den Physiotherapeuten weiter verschärfen.

Sicherung der Versorgung

Die Gründe für den steigenden Bedarf an Physiotherapie

  1. Demographischer Wandel
    Die Bevölkerung wird immer Älter
  2. Volkswirtschaftliche Notwendigkeit einer langen Mobilität und Flexibilität
  3. Rasante medizinische Entwicklung

Zu wenig Therapeuten im System

  1. Ausbildungskosten / Schuldgeld von bis zu 15.000,- €
  2. Anforderungen an teure Fachqualifikationen
  3. Geringe Verdienstmöglichkeiten im Beruf von durchschnittlich 2.300,- €/montl (Stand 6/2018)
  4. Schlechte Stellung und Anerkennung im Gesundheitssystem und in der Gesellschaft

Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung

Berufseinstiegshürden abschaffen

Einstiegshürde in den Beruf reduzieren und das Schuldgeld streichen und durch ein Ausbildungsgehalt ersetzen.

Therapeuten im Beruf halten und Zurückgewinnen

50% der Therapeuten spielen mit dem Gedanken den Beruf zu verlassen. 25% haben dies bereits getan. Der Hauptgrund ist die Gehaltssituation als Physiotherapeut. Ohne eine adäquate Leistungsvergütung durch die Krankenkassen werden wir die Therapeuten nicht mehr im Beruf halten.

Berufsbild aufwerten und attraktiver machen

Die Therapeuten von morgen wollen nicht mehr „unter dem Joch“ der Ärzte und einer völlig irrsinnigen Budgetregelung arbeiten. Wir brauchen mehr Autonomie in der Therapie. Sowohl für die Aufwertung als auch für die Begegnung des steigenden Bedarfs.

Hierzu müssen die Therapeuten die Freiheit bekommen, selbständig Therapie und Durchführung zu planen. Wieso kann ich nicht Einzel- und Gruppentherapie kombinieren und abwechseln? Wieso kann ich nicht einen Einzeltermin machen, gefolgt von 5 Muskelaufbautrainingseinheiten um den Patienten dann wieder in einer Enzeltherapie zu sehen?

Solche Versorgungsmöglichkeiten müssen die Politik schaffen, damit das Berufsbild wieder attraktiver wird.

Natürlich spielt das Thema „Budget“ und Geld immer eine Rolle. Ich bin der Meinung, dass ein Therapeut sehr gut, und wenn noch nicht er es auf jeden Fall lernen kann, mit einem Budget für den Patienten umzugehen. Dabei aber bitte nicht, ein Budget über ein Kollektiv „aller Therapeuten“ sondern eher ein Budget im Sinne einer Fallpauschale. Der Kreuzbandpatient hat ein Regelbudget von 2.500,- € (fiktiv!). Wie der Therapeut dies einsetzt (Gruppen, Einzeltherapie, KGG oder Edukation) ist seine Sache, am Bedarf des Patienten und leitlinienorientiert ausgerichtet.
Eine Kammer würde an dieser Stelle übrigens überwachen, ob leitliniengerecht Therapiert wird.


Diese Zeilen stellen meine ganz persönliche Einstellung und Meinung zur aktuellen Entwicklung in der Berufspolitik da.
Sie stellen nicht die Meinung, Haltung, Agenda o.Ä. einer Institution, Vereins oder Verbandes da.